Artbedingte Unterschiede zwischen Mensch und Hund sind nicht einfach durch interpretative Überdeckungsversuche auszugleichen. Jede Art hat für sich ihre Daseins- und Ausdrucksform entwickelt. Der Mensch ist angehalten zu lernen um zu verstehen und sich dadurch besser gegenüber dem Hund ausdrücken zu können.
Von der ersten Begegnung mit einem Hund und dem Versuchen, sein Verhalten zu interpretieren, bis hin zu einem beginnenden Verständnis und einer daraus resultierenden interaktiven Situation, sind es einige Schritte – ein langer Weg.
Und noch ist immer wieder Neues zu erkennen. Ein Routineereignis kann, auch wenn es scheinbar für den Menschen jedes Mal völlig ident abläuft, durch unterschiedliche Stimmungs-, Umgebungs- und Reaktionsreize für den Hund eine Ausnahmesituation darstellen. Werden seine Sinne durch Wahrnehmungen berührt, die wir – z.B. während des täglichen Fütterns – gar nicht bemerken, kann aus der gewohnten und hoffentlich entspannten Essensgabe eine „meist nur für den Menschen unvorhersehbare“ Stressreaktion entstehen (der Hund hat dies bestimmt kommuniziert – nur hat es der Mensch nicht erkannt bzw. nicht gesehen, da er den Hund nicht bzw. falsch „gelesen“ hat).
Die Erforschung eines derartigen Ablaufs mit all seinen Begleitumständen, das Ziehen von Schlüssen und das Gewinnen von wissenschaftlich verwertbaren Erkenntnissen stellt eine der zentralen Aufgaben der Hundewissenschaften dar.
Hundewissenschaften (Kynologie) ist der Sammelbegriff für die Lehre die sich mit dem Hund als Forschungsobjekt beschäftigt.
Sie beginnt bereits bei der Entwicklungsgeschichte des Hundes, dessen Abstammung, Morphologie, Ökologie und seinen Sinnesleistungen. Beinhaltet auch das Verhalten des Stammvaters Wolf (canis lupus) und den domestikationsbedingten Wandel des Verhaltens des Haushundes (canis familiaris), seine Anpassung an das Leben mit dem Menschen. Es geht um das Verstehen. Woher kommt der Hund? Seine Wurzeln (Wolf) und den domestikationsbedingten Veränderungen. Generell um das richtige Erfassen des Verhaltens des Hundes als Ganzes.
Eine der Grundvoraussetzungen für die Arbeit mit Hunden bildet das Ethogramm (Aufstellung eines Verhaltenskatalogs) als Basis für die Ethologie (Verhaltensbiologie/ klassische vergleichende Verhaltensforschung) und die Ontogenese (individuelle Entwicklungsgeschichte). Darunter fallen die Identität des Hundes, sein Verhalten, seine sozialen Beziehungen in Relation zum Menschen wie auch zu Artgenossen und anderen Lebewesen. Verstehen seines Ausdrucks, seiner natürlichen Entwicklung sowie der rassespezifischen Unterschiede. Ursachen für Verhaltensstörungen, wie und warum entwickelt sich unerwünschtes bzw. gefährliches Verhalten und wie kann man dies durch richtige Zucht, Ausbildung und Haltung von Hunden vermeiden.
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Kommunikation:
Was Herrchen lange ahnte
[...] Darin sind sie ganz wie Menschen: Hunde hören - wenn sie hören - auf den Wortinhalt eines Kommandos ebenso wie auf die Betonung. [...]
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